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Okt 25

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Unternehmer sind Verrückte,Teil 2 oder: Wie geht es nach der Gründung weiter?

Nachdem mein Lieblingsthema für einen Artikel einfach zu lange geworden ist, gibt es hier jetzt den zweiten Teil. Ja, liebe Kathrin, endlich ist es soweit ;-)

Ich habe versucht, die Abteilung dort zu machen, wo es nach der Unternehmensgründung an die Umsetzung von Dingen geht:

Der Unternehmer probiert aus und zwar nach dem Prinzip des leistbaren Verlustes

Wenn man ein bestehendes Unternehmen hat, kann man die Planung für das kommende Jahr am Erfolg des vergangenen Jahres ausrichten. Man hat zumindest einen Anhaltspunkt. Bei Hi-Po hatte ich das nicht. Ich wusste nicht, ob sich die Hosen überhaupt verkaufen lassen bzw. ob sie sich vielleicht so gut verkaufen, dass ich mit der Produktion nicht nachkomme. Ähnlich verhält es sich auch bei allen Marketing- und Verkaufsförderungsmassnahmen - ich habe keine Ahnung, was funktioniert und so probiere ich Dinge einfach aus, nach dem Prinzip des leistbaren Verlustes. Dadurch habe ich herausgefunden, dass ebay und Verkaufsstandeln in Einkaufszentren nicht wirklich erfolgreich sind, während jegliche Art von redaktionellen Beiträgen in Zeitschriften offenbar so viel Glaubwürdigkeit vermitteln, dass sie die Verkäufe sofort in die Höhe treiben.

Für dieses Ausprobieren und die Flexibilität, sich ganz schnell an die Marktgegebenheiten anpassen zu können, ist es jedoch oft notwendig, unabhängig von Banken und Investoren zu sein, die natürlich ein Festhalten an den ursprünglichen Plänen begrüssen oder sogar verlangen. Die daraus resultierende Schwerfälligkeit des Unternehmens kann sogar die Ursache für das Scheitern des Gründervorhabens sein. Deshalb ist für mich eine finanzielle Unabhängigkeit für Hi-Po eine Voraussetzung, auch wenn natürlich wenig finanzielle Mittel eine langsamere Entwicklung des Unternehmens bedeuten. So habe ich mir zum Beispiel als Grenze für die Bestellung eines zweiten Modells, der Capri-Hose einen Verkauf von 350 Stück Shorts gelegt, auch wenn mir klar ist, dass es auch jetzt schon sinnvoll wäre, ein zweites Modell zu haben.

Lernen am Tun

Was mir an einer Mini-Firma am besten gefällt, ist, dass sie mir die Möglichkeit gibt, sehr unterschiedliche Dinge zu tun: Das geht von strategischen Planungen, wie z.B. der Marketing-Planung, über laufende Tätigkeiten, wie blog-Schreiben bis hin zu Routinearbeiten, wie z.B. das Bearbeiten von Kundenbestellungen. Und zusätzlich gibt es noch Tätigkeiten aus ganz anderen Bereichen, wie rechtliche Geschichten, wie es zum Beispiel die Patentanmeldung war oder auch das Erledigen der Buchhaltung (macht mir allerdings weniger Spaß :evil: )

Viele Dinge davon habe ich vorher noch nie gemacht - zum Beispiel die Patentanmeldung oder auch die Gestaltung und Programmierung meiner Webseite. Aber - und da passe ich auch wieder in das Unternehmerbild, wie es im Buch dargestellt wird - ich kann mir solche Dinge, die ich gerade brauche, ganz schnell aneignen. Der typische Unternehmer hat wenig Interesse an Wissen auf Vorrat, sondern holt sich das, was er gerade braucht. Natürlich kann dann sein, dass dieses Wissen nicht umfassend genug ist und dass dadurch Fehler passieren...aber: wo gehobelt wird, fallen Späne und aus Fehlern kann man lernen.

Autonomie gibt Freiraum für Bauchgefühls-Entscheidungen

Ein wichtiger Grund, vielleicht der wichtigste überhaupt, warum jemand Unternehmer wird, ist, dass er die Autonomie der Entscheidungen schätzt. Für mich ist diese Autonomie besonders wichtig, da ich in den letzten Jahren gelernt habe, in erster Linie auf mein Bauchgefühl zu hören. Laut Zimmermann beschreibt dieses Bauchgefühl, oder auch Intuition die Fähigkeit, eine gute Entscheidung ohne rationale Argumentation zu treffen. Und genau das ist in einer größeren Firma ja kaum mehr möglich, weil man ja seine Entscheidungen rational begründen können sollte, damit sie für andere nachvollziehbar werden. (Obwohl ich inzwischen schon so weit bin, dass ich manchmal sage: "Eine Antwort kann ich dir gleich geben, begründen kann ich sie erst morgen" - denn wenn ich eine Entscheidung überschlafen habe, weiss ich meist ganz genau, warum mein Bauchgefühl genau diese Lösung wollte)

 Die geniale Idee gibt es erst aus der Hinten-nach-Sicht

Von den vielen 1000den Ideen schaffen es nur wenige, dass sie so gut sind, dass sie zu Unternehmens-Legenden werden. Am Anfang steht meist nur eine vage Ahnung - zu einer geniale Idee wird sie erst dann, wenn ein Unternehmer es geschafft hat, einen wirtschaftlichen Erfolg daraus zu machen und im nachhinein seine Story dazu erzählt. Und viele von den Unternehmer-Legenden waren auch nicht sofort und mit allen ihren Ideen erfolgreich ...in diesem Sinne muss ich noch abwarten, ob Hi-Po es auch schafft, einmal eine geniale Idee zu werden :lol:

Zum Schluss noch ein geniales Zitat zum Thema: "Wenn ich früher die Leute gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Postkutschen"    Henry Ford

Also, bis bald liebe Freunde,

 



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1 Kommentar

  1. Astrid Thomas

    Liebe Catrin,
    willst du nicht als drittes Modell eine Panty machen? Mein ursprünglicher Beweggrund Deine Short kaufen, war ein super hautenges Stretchkleid, das aber leider meinen Po flachgedrückt hat. Mit Deiner Short schaut das Kleid jetzt zwar toll aus, aber ich darf die Beine nicht übereinanderschlagen, weil dann kommt die schwarze Hose zum Vorschein. Nein Spasserl, natürlich dient die Short in erster Linie zum Training, aber gerade weil der Effekt so toll war, würde ich diesen auch gern als Dessous ausnützen.
    Das G'frett mit den Banken kann ich Dir nachfühlen, aber seh es als Fangnetz, Dich doch nicht zu schnell zu hoch zu verschulden. Hast Du die Erfolgsstory mit den Waldviertler-Schuherzeuger mitverfolgt ? Hat zwar jetzt die Bankenaufsicht am G'nack aber die Idee der Vorfinanzierung durch Kundenaufträge hat schon was.
    Viel Glück und weiterhin viel Unternehmensgeist wünsch ich Dir jedenfalls!
    Liebe Grüße Astrid

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